Parfüm

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Parfüm

 

Ein Parfüm oder Parfum (franz.: parfum = Duft; aus lat.: per = durch und lat.: fumum = Rauch, Dampf; aus der Anwendung von Räucherstoffen abgeleitet) ist ein meist flüssiges Gemisch aus Duftstoffen. Parfüms werden vor allem für zwei Zwecke eingesetzt:

Parfüm im engeren Sinn: Die oft kostbaren Duftkompositionen der Parfümerie dienen häufig dem persönlichen Wohlbefinden und der Selbstdarstellung.
Duftstoffe werden auch dazu verwendet, Konsumenten eine Vielzahl von Produkten attraktiv zu machen. Parfümiert sind viele Produkte in Bad, Küche, Haus und Garten. Produkte mit einem unangenehm starken Eigengeruch, wie z. B. Reinigungsmittel oder Haarfärbemittel, werden mit Duftstoffen der Nase des Käufers angenehm gemacht. In der Lebensmittelindustrie gelten Aromastoffe ebenfalls als unverzichtbar, z. B. mit Vanille, die gleichermaßen in Süßspeisen und Parfüms verwendet wird.

 
Grundbestandteile eines Parfüms sind hauptsächlich Alkohol (ca. 80 %) und darin gelöste natürliche Essenzen (ätherische Öle pflanzlicher oder tierischer Herkunft), sowie synthetisch hergestellte Duftstoffe, in der Fachsprache „Riechstoffe“ genannt. Die meisten dieser Duftstoffe können heute in größeren Mengen und daher günstiger hergestellt werden.

Aus der verfügbaren Menge von ca. 200 natürlichen Essenzen und ca. 2000 synthetischen Duftstoffen werden etwa 30 bis 80 verschiedene Stoffe für eine Parfümkomposition gemischt.

Unter den Inhaltsstoffen sind 26 als für Allergiker gefährlich eingestuft. Die Deklaration erfolgt seit 2005 EU-weit nach dem INCI-System.


Verdünnungsklassen [Bearbeiten]Es werden, abhängig von der Konzentration an Duftölen, folgende Verdünnungen unterschieden:

Eau de Cologne (EdC, 3–5 %)
Eau de Toilette (EdT, 6–9 %) bei sog. Extreme oder Intense-Varianten auch mehr
Eau de Parfum (EdP, 10–14 %)
Parfum oder Extrait (15–30 %)

Duftnoten [Bearbeiten]Ein Parfüm kann durch unterschiedliche Anteile der Grundbestandteile sehr viele verschiedene Duftnoten annehmen. Es kann beispielsweise blumig-feminine, maskuline, orientalische, fruchtige, pudrige, zitrusfrische oder klassisch-elegante Duftnuancen aufweisen.

Ein Parfüm setzt sich aus Kopf-, Herz- und Basisnote zusammen.

Die Kopfnote ist unmittelbar nach dem Auftragen des Parfüms auf der Haut wahrzunehmen. Da sie für den ersten Eindruck und die Kaufentscheidung wichtig ist, ist die Kopfnote meist intensiver als die anderen und wird von leichtflüchtigen Duftstoffen geprägt. (Aus diesem Grund sollte man bereits einige Zeit vor dem Kauf ein Parfüm auf der eigenen Haut testen, um über den - für den Träger wichtigeren - Duft der Herznote urteilen zu können.)
Die Herznote ist in den Stunden, nachdem sich die Kopfnote verflüchtigt hat, zu riechen.
Die Basisnote ist der letzte Teil des Duftablaufes und enthält langhaftende Bestandteile.
Parfüms können relativ lange gelagert werden, am besten in einem dunklen und kühlen Raum, damit kein Licht, keine Feuchtigkeit und keine Hitze das Parfüm verfliegen lässt oder den Duft beeinträchtigt. Bei zu langer oder schlechter Lagerung kann es zu einer unangenehmen Veränderung des Duftes kommen.


Die wichtigsten Duftbausteine [Bearbeiten]Die wichtigsten Duftbausteine sind Blüten, Früchte, Gewürze, Rinde und Harz, Blätter, Gräser, Moose, Beeren, Wurzeln, tierische Sekrete und sogenannte Gourmand-Noten.

Zu den wichtigsten Blüten gehören Geranium (Storchenschnäbel), Hyazinthe, Jasmin (Nur in höchst aufwendigem, mehrstufigem Verfahren zu gewinnen. Eine Tonne Blüten ergibt ein Kilo Absolue), Lavendel – Das in der Parfümerie wohl am meisten verwendete ätherische Öl, Maiglöckchen, Mimose, Neroli – Wird aus den Blüten des Bitterorangenbaums gewonnen, Osmanthus – in modernen Fantasienoten, Rose – Die Blütenblätter werden einzeln gezupft. Einer der am häufigsten verwendete Blütenduftbaustein, Tuberose (Nachthyazinthe) – Einer der teuersten Duftstoffe, wird durch Enfleurage gewonnen Veilchen, Ylang-Ylang
Zu den wichtigsten Früchten gehören Bergamotte, Grapefruit, Limette, Orange– Wird aus den Früchten des Orangenbaums gewonnen, Orange bitter – Wird aus den Früchten des Bitterorangenbaums gewonnen, Zitrone, Pfirsich, Grüner Apfel, Erdbeere, Brombeere, Himbeere, Pflaume, Kokos Cassis - schwarze Johannisbeere
Gewürze sind vor allem Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskatnuss, Nelke – verwendet werden Blüten und Blätter, Piment (Nelkenpfeffer), Rosmarin – häufig verwendet, Vanille, Zimtrindenöl
Auch Rinden und Harze kommen zum Einsatz: Benzoe Siam, Elemi – häufig in Fougère-Kompositionen, Myrrhe, Olibanum (Weihrauch), Opopanax, Perubalsamöl, Rosenholz, Sandelholz, Styrax, Tolubalsam, Zedernholz (auch Wacholder)
Blätter, Gräser, Moose, Beeren, Wurzeln: Citronella, Eichenmoos – Gibt einer Duftkreation Wärme und Haftfestigkeit, Galbanum, Iriswurzel – sehr wertvoll und von hoher Originalität, Lorbeer, Muskatellersalbei, Patchouli – ein wichtiger Dufteckpfeiler , Petitgrain – Wird aus den grünen Teilen des Bitterorangenbaums gewonnen (Blätter, Zweige, unreife Früchte), Tabakblätter – für echte Tabaknoten unerlässlich, Tonkabohne, Veilchenblätter, Vetiver-Gras, Wacholderbeeren, Zypresse
Tierische Sekrete: Amber, Castoreum, Moschus – Einer der ältesten und sagenumwobendsten Duftbausteine. Wird heute nur noch in synthetischer Form eingesetzt, Zibet
Gourmand-Noten: Schokolade, Karamell, Zucker, Zuckerwatte, Honig, Süße Milch, Mandel
Synthetische Duftstoffe: Hier können nur einige Beispiele genannt werden. Auf die Aufzählung chemischer Formeln wird verzichtet: Aldehyde – für die Parfümerie von überragender Bedeutung, Cumarin, Heliotropin, Maltol – intensiv süss, warm, fruchtig, karamellartig, Moschus Keton und Moschus Xylol – ersetzt das tierische Moschus, Phenole, Vanillin

 Quellenangabe : Wikipedia